Loten Namling
Er hört auf seine innere Stimme.
Loten Namling ist vieles zugleich, Sänger, Musiker, Schauspieler, Cartoonist - aber er ist vor allem eines: eine mächtige Stimme.
Geboren 1963 auf der Flucht im Himalaya, wuchs Loten Namling im indischen Exil mit Abba, den Beeges und all den Songs auf, die damals um die Welt gingen. Doch was ihn zur Musik brachte, war das Lied "Ama le ho" des sechsten Dalai Lama (1683-1706): "Weißer Kranich, leih’ mir deine Flügel. Weit will ich nicht fliegen. Von Lithang kehre ich wieder zurück." Der Legende nach regierte der sechste Dalai Lama tags Tibet und nachts regierte ihn die Poesie.
Heute lebt Loten Namling in der Schweiz und hat sich auf die jahrhundertealte tibetische Gesangstradition der Nangma und Toeshey spezialisiert, weil er es für wichtig hält, dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Wenn er diese alten Lieder singt, fühlt er sich in das Tibet von früher zurückversetzt. Nangma kommt nach seinen Nachforschungen von dem Urdu-Wort Nagma, was Lieder in dieser Sprache bedeutet. Kashmirische Zuwanderer nach Lhasa brachten sie vor 500 Jahren mit. Die andere Deutung kommt angeblich von Nang, dem Innenhof der reichen Leute in Lhasa, wo diese Lieder gesungen worden sein sollen. Toshey sind Lieder aus der Region Toe im westlichen Tibet. Auch sie brachten Zuwanderer mit nach Lhasa.
Text von Tibet Initiative Deutschland e.V.
Weitere Informationen zu Loten Namling, seiner Musik und seinen Karikaturen finden Sie auf der Webseite des Künstlers: